Suburban electric train at Munich railway station. Germany - Bav
Vor einigen Wochen traf ich Peter Stehle, den ehemaligen leitenden Arzt der Region Nord des arbeitsmedizinischen Dienstes IAS und gleichzeitig leitenden Arzt des betriebsärztlichen Dienstes der DB AG in Berlin und der Region Nordost. Herr Stehle war ganz früher Werftarzt und dann lange der leitende Arbeitsmediziner der Bauwirtschaft in der DDR. Wir kennen uns seit einigen Jahren und sind regelmäßig im Gespräch über die Entwicklung eines sinnvollen und praktisch orientierten betrieblichen Gesundheitsmanagements. Im Vorfeld zu diesem Interview, war Herr Stehle sehr zögerlich und sagte nur: Was soll ich schon über Männer aus betrieblicher Sicht sagen können?! Nach etwas Überzeugungsarbeit durch mich, kamen wir dann aber doch zusammen und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Thema unseres Gespräches lautete: „Der“ Mann im Betriebszustand – „Der“ Mann und seine Arbeit. Ich berichte hier nur bruchstückhaft von unserem Gespräch. Im Buch wird jedoch ein zusammenhängendes Kapitel daraus entstehen. Aber nun los! Herr Stehle betrachtet zu beratende Unternehmen immer durch die Brille seines “Kapitalmodells”. Dieses zeigt anschaulich, wie unterschiedlich vor allem Männer in Team-, Führungs- und Vorstands-Positionen ticken. Weiter beschrieb Herr Stehle häufige wesentliche Charakterunterschiede zwischen einem Unternehmer und einem Geschäftsführer im Hinblick auf die Gesundheit der Mitarbeiter. Er ging aber auch auf Faktoren ein, welche einen mitarbeitenden Kleinunternehmer interessieren. Hierbei ist zum Beispiel auch nicht selten die Ehefrau des Kleinunternehmers für die sozialen Faktoren der Mannschaft zuständig. Wir sprachen weiter darüber, wie wichtig es ist zu wissen, mit wem man im Unternehmen über Gesundheit spricht. Ist dies ein Mann oder eine Frau? Der „Entscheidungsmann“ ist eher Zahlen und der Logik folgend. Emotionen sind weniger ein Thema. „Entscheidungsfrauen“ sind da anders. Sie folgen eher ihren Emotionen und vertrauen nur einer klaren Authentizität des Gegenüber. Wenn Sie einmal überzeugt sind, wird das Programm auch „durchgezogen“. Warum berichte ich kurz hierüber? Wenn man an einer sinnvollen, ich nenne Sie mal Männergesundheitsförderung interessiert ist, macht es Sinn in die Betriebe zu gehen und „die“ Männer dort anzusprechen, wo sie viel Zeit verbringen. Und dafür ist es mittlerweile wichtig zu wissen, wie der oder die EntscheiderIn aufgestellt sind. Mit „Wir sollten mal etwas für die Gesundheit der Männer tun!“ kommen Sie da nicht weit. Um sinnvolle Maßnahmen umsetzen zu können, sollte immer die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Männer angesprochen werden. Nur diese „öffnet“ Türen, sowohl beim Entscheider als auch bei den mitarbeitenden Männern. Diese gehen nicht selten bis gar nicht zum Arzt. Als Betriebs- und vor allem Werksarzt sieht man diese Männer schon häufiger. Man kann deren Arbeitsplatz im Zusammenhang mit der Gesundheit gut beurteilen und hat von daher einen wertvollen Zugang. Man spricht mit den Männern sozusagen am „Ort ihrer Leistung“. Und genau diese Leistungsfähigkeit ist wichtiger Bestandteil des Verstehens von Männergesundheit. Von daher ist Herr Stehle ein sinnvoller Gesprächspartner, weil er über 50 Jahre lang Männer am Ort ihrer Leistung begleitet hat. Schauen Sie doch einmal auf seine Homepage: http://www.alpha-netz.de