Der Startschuss

Es ist kalt. Ich bin am zittern und ziehe mir die Kapuze noch ein bisschen weiter ins Gesicht. An diesem Dezembermorgen weiß ich nicht, ob ich wegen der Kälte oder meiner Aufregung so  am zittern bin. Mittlerweile laufe ich das zehnte Mal an dem Malerbetrieb vorbei. Nach Hundert Metern mache ich eine Kehrtwende, um dies ein elftes Mal zu tun. Ein Mitarbeiter des Malerbetriebs steht mit einer Fluppe im Mund vor der Tür und fragt sich wahrscheinlich, warum ich mitten in einem Industriegebiet seit einer halben Stunde immer denselben Weg auf und abgehe. Ich bin aufgeregt. Seit knapp 4 Monaten bewerbe ich mich für meinen ersten richtigen Job. Und jetzt könnte es funktionieren!

Mittlerweile ist es 11:55 Uhr. Als ich die Tür zur Werksambulanz II öffne und mich bei meiner heutigen Kollegin vorstelle, springt mir vor Aufregung fasst das Herz aus der Brust. Sie führt mich in einen Konferenzraum mit direktem Blick auf ein Hafenbecken des Bremerhavener Fischereihafens. Ein großgebauter Mann betritt den Raum, und schüttelt mir ein Brötchen mampfend die Hand. Es ist Dr. med. Peter Kölln, der sich mit einem, „Moin, ich bin Peda“ bei mir vorstellt. Er ist ganz anders, als ich gedacht habe. Mir wird schnell bewusst, dass meine Aufregung vor ihm und seiner Person unbegründet war. Und mir wird auch sehr schnell bewusst, dass ich einen verrückten Chef haben werden. Während des Gesprächs offenbart mir Peter, dass es ihm am liebsten wäre, wenn ich Zitat: „nächsten Montag anfangen könnte“. Wir haben Freitag! Ohne Wohnung, ohne Ortskenntnisse, und einem aktuellen Wohnort von mehr als 200 Kilometern Entfernung, kippe ich fast vom Stuhl. Peter bemerkt meine Unsicherheit und schiebt ein, „ach dich kriegen wir schon irgendwo unter. Mach dir mal keine Sorgen“ hinterher.

Heute, knapp ein viertel Jahr später, muss ich über diesen Vormittag schmunzeln. Wie und dass ich diesen Job bekommen habe, ist für mich heute noch surreal.

Ich habe mich Ende November bei der Werksarztzentrum Fischereihafen GmbH als Psychologe und Gesundheitsmanager beworben, ohne genau erklären zu können, was ein Werksarztzentrum genau macht. Nach der ersten virtuellen Vorstellungsrunde bei dem zweiten Geschäftsführer David, sollte ich knapp eine Woche später eine Rückmeldung erhalten, ob ich für die zweite Runde eingeladen werden würde. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon 20 Absagen von anderen Unternehmen erhalten hatte, errechnete ich mir keine großen Chancen. Um mich dennoch für ein zweites Gespräch vorzubereiten, googelte ich den Namen „Dr. Peter Kölln“. Ich stieß schnell auf einen kurzen Vortragsausschnitt bei YouTube. Aus diesem konnte ich entnehmen, dass Peter ein angesehener Experte auf dem Gebiet der Männergesundheit ist. Ich konnte mich sofort für das Thema begeistern und begann ein Kurzexposé über Männergesundheit zu schreiben. Einen Tag vor der erwarteten Antwort schickte ich dies an David und Peter.

Heute weiß ich, dass das Exposé meine goldene Eintrittskarte war. Ich war aufgrund meiner „Unerfahrenheit“ als Jobeinsteiger bereits aussortiert worden. Glücklicherweise konnte ich Peter mit meiner Eigeninitiative überzeugen und bin ein Teil des Teams geworden. Ich habe die Chance bekommen neben meiner Vollzeitstelle als Psychologe und Gesundheitsmanager mit Peter zusammen an einem zweiten Buch zu schreiben. Dies ist der Beginn unserer Buchreise…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine Website oder ein Blog auf WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: