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In diesem Blog berichte ich primär von subjektiven Eindrücken der Buchinterviewpartner und von mir aus meiner Männerarbeit. Im Rahmen der Interviewreise konnte ich auch mit der Gesundheitswissenschaftlerin Anne Starker sprechen. Sie ist Mitarbeiterin des Robert Koch-Instituts und Projektkoodinatorin für den ersten Männergesundheitsbericht der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Dieser erscheint so wie der Praxisratgeber auch noch 2014, nach jahrelanger Vorarbeit. Hier nun 20 Kurzfakten zur Gesundheit von Männern in Deutschland. Einiges ist bekannt, anderes verwundert. Wie immer wünsche ich Ihnen eine gesundheitliche Woche.

  1. Ein Junge, der heute geboren wird, hat eine Lebenserwartung von 77,7 Jahren, bei einem Mädchen sind es 5 Jahre mehr (82,7 Jahre).
  2. Mehr Männer als Frauen sind von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen und sterben auch in einem jüngeren Alter daran.
  3. An der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankung, der koronaren Herzkrankheit, sterben Männer im Durchschnitt mit 77,0 Jahren, Frauen erst mit 84,8 Jahren.
  4. Die Risikofaktoren (z. B. Rauchen, unausgewogenes Ernährungsverhalten) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen findet man überdurchschnittlich häufig bei Männern.
  5. Mehr Männer als Frauen erkranken an Krebs, vor allem an Lungenkrebs.
  6. Männer verunfallen häufiger und schwerer als Frauen. Das höchste Risiko tragen junge Männer.
  7. Männer verunfallen eher am Arbeitsplatz und deutlich seltener zu Hause.
  8. Bei jungen Männern sind Unfälle eine der häufigsten Todesursachen.
  9. Männer sind häufiger von Suchterkrankungen betroffen als Frauen, aber seltener von Depressionen. Bei der Depression wird eine Unterdiagnostizierung bei Männern diskutiert.
  10. Etwa zwei Drittel der deutschen Männer sind sportlich aktiv.
  11. Über 60 % der Männer sind übergewichtig (Body Mass Index > 25).
  12. Männer rauchen immer noch mehr als Frauen: 32,6% zu 26,9 %.
  13. Männer trinken auch häufiger und mehr Alkohol als Frauen.
  14. Illegale Drogen werden häufiger von Männern konsumiert als von Frauen.
  15. Männer sind häufiger als Frauen erwerbstätig. Sie arbeiten deutlich häufiger Vollzeit als Frauen und seltener Teilzeit.
  16. Männer sind häufiger beruflich bedingten, körperlichen Belastungen ausgesetzt.
  17. Erwerbslose Männer haben im Vergleich zu berufstätigen Männern vermehrt Gesundheitsprobleme und verhalten sich häufiger gesundheitsriskant. Dieser Effekt ist stärker als bei Frauen.
  18. Männer nehmen deutlich weniger primärpräventive Angebote (Krankheitsvorbeugung) in Anspruch als Frauen, z.B. Gesundheitskurse. Sie werden eher durch Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung erreicht.
  19. Dafür nehmen Männer fast im gleichen Maß wie Frauen Angebote der Sekundärprävention (Krankheitsfrüherkennung) wahr, z.B. Krebsfrüherkennung.
  20. Vor allem jüngere Männer werden durch Angebote zur Krankheitsfrüherkennung schlecht erreicht.