Wie schon angekündigt folgt nun eine kleine Auswertung des Bielefelder BGM-Workshops vom 17. Oktober. Dort habe ich ungefähr fünfzig Teilnehmer zu gesundheitlichen Stärken und Schwächen befragt – und zwar so, dass Männer die gesundheitlichen Stärken und Schwächen von Frauen beurteilen mussten und umgekehrt. Klar – das ist natürlich keine statistisch valide Umfrage. Sie hat jedoch – wie ich finde – interessante Ergebnis zutage gebracht. Meine daraus resultierende These: “Wir schließen aus dem eigenen Gesundheitsverhalten nicht selten auf das der anderen. Und wir haben feste Geschlechterbilder im Kopf.“

Deshalb frage ich mich, ob das nicht auf unsere Ansprache im BGM abfärbt und wir uns dessen nicht besser bewusst werden sollten?

Das gaben die Männer an zu….

gesundheitlichen Stärken von Frauen:
– die Hartnäckigkeit
– achten mehr auf sich
– zeigen mehr Vorsorge
– achten auf gesundes Essen
– beobachten sich genau
– sind gesundheitsbewusst
– finden Gesundheit interessant
– nehmen mehr Kursangebote in Anspruch
– sind multi-Tasking-fähig
– haben hohes Körperbewusstsein
– ernähren sich gesundheitsbewusst
– haben viel Einfühlungsvermögen
– nehmen Körpersymptome früher wahr
– können zuhören

gesundheitlichen Schwächen von Frauen:
– glauben viel, was ihnen erzählt wird, manchmal auch zu viel
– müssen alles bereden
– haben mehr Sorgen
– sind streng und dogmatisch
– gehen weniger Risiken ein
– sind dünnhäutig
– sehen Durchhalten als Problem
– sehen eher negative Aspekte bei ihrer Gesundheit
– sind schnell emotional
– Grübeln zu oft
– zeigen zu hohe Selbstkritik
– denken zu vielschichtig
– Überbewerten von Körpersymptomen
– reden häufig zu viel

Das gaben die Frauen an zu….

gesundheitlichen Stärken von Männern:
– durchsetzungsfähig
– verlieren sich nicht in Kleinigkeiten
– machen sich nicht soviele Gedanken über Dinge, die nicht wirklich wichtig sind
– gehen rational mit Problemen um
– setzen etwas um, machen etwas für sich, wenn sie (erst einmal) ins „Spüren“ kommen
– bewegen sich mehr
– machen sich nicht soviele Gedanken
– haben hohe Grundkondition
– gehen gelassener mit verschiedenen Situationen um
– sorgen sich weniger
– wenn sie ein Ziel haben, sind Männer disziplinierter
– zweifeln nicht an ihrer Stärke
– sind selbstbewusster
– sehen Gesundheit gelassener
– “Mann” kommuniziert meist offen
– zeigen Bereitschaft, sich unangenehmen Untersuchungen zu unterziehen
– trauen sich mehr zu
– zeigen strukturiertes Denken
– haben nur kurze Ausfallzeit
– können Probleme direkter ansprechen
– lassen sich in Gruppen gut motivieren – der “Stärkere” gewinnt
– nehmen sich Zeit für den Sport, egal was dagegen steht
– können besser mit Krankheiten von Angehörigen umgehen
– in der Regel klare Worte

gesundheitlichen Schwächen von Männern:
– nehmen Vorsorgeuntersuchungen nicht / zu spät wahr
– achten nicht / wenig auf Ernährung
– legen im Alter weniger Wert auf “flachen Bauch”
– Gefühle zu äußern fällt schwer
– kennen ihren Körper/Körperfunktionen nicht gut, spüren sich nicht
– funktionieren, können keine Schwäche zeigen
– lassen sich nichts sagen, sind beratungsresistent
– Fitness macht mehr Spass
– schwierig, sie zu überzeugen
– nehmen Gesundheit als weniger beeinflussbar hin
– Männer sind weniger figurbewusst… Motto: “Waschbärbauch… Frau braucht auch etwas zum Kuscheln…”
– achten nicht auf ihre Körperwarnsignale
– sind unbelehrbar
– betreiben weniger Vorsorge
– “der” Mann hält starr an seinen Gesundheitsvorstellungen fest
– fressen alles in sich rein
– zeigen wenig Durchhaltevermögen, wenn Erfolg länger dauert
– geben Schwächen nicht gerne zu
– zu wenig Empathie
– geringe Achtsamkeit
– Vorsorge ist nicht nötig
– sind häufig skeptisch und negativ
– betreiben zu wenig Vorsorge
– reden nicht über Krankheit
– treffen schnell Urteil

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