Die Reise geht weiter. Jetzt konnte ich mit einem der wenigen „Männertherapeuten“ Deutschlands sprechen. Björn Süfke ist Anfang vierzig, Psychologe und Gesprächstherapeut mit dem Schwerpunkt Männer. Er ist in der Bielefelder Beratungsstelle „mann-o-mann“ tätig und berät dort teils im Pflichtberatungssetting und teils auf freiwilliger Basis männliche Klienten. Diese sind nicht selten „fremdmotiviert“ und wollen nicht unbedingt bei so einem „Psycho-Heini“ sitzen. Das kenne ich gut. Die Männer die ich als Betriebsarzt gesehen habe, sind da auch häufig nicht freiwillig gewesen. Das verbindet uns also. Ich habe aber Herrn Süfke wegen etwas anderem besucht. Zum einen hat mir sein Buch „Männerseelen“ sehr gut gefallen und mich weitergebracht und ich möchte wissen, wie er mit Männern spricht. Wie macht er das, dass sich die Männer fallen lassen können und vielleicht zu sich selbst finden. Schon zu Anfang des Gespräches lachen wir gemeinsam, als Hr. Süfke kurz eine Geschichte rausholt und nur sagt: „Mensch Peter, so macht man das doch…… Ach Sie heißen auch Peter, na gut dann nenne ich ihn eben Georg.“ Diese Situation ist aber nicht zufällig. Herr Süfke hat eine angenehme Art und Weise der Gesprächsführung, das merkt man sofort im Interview. Wir sprechen über mögliche Zugangswege, Zeichen der männlichen Abwehr und über die liebevolle Konfrontation, so wie es Herr Süfke gerne bezeichnet. Ich würde es am Ball bleiben nennen oder das einmal mehr nachfragen bei der wiederholten unterbewußten Einschränkung „eigentlich“. Das Gespräch geht über 2 Stunden und tut mir gut. Ich bin nicht auf dem Holzweg, weil ich endlich mal jemanden getroffen habe, der ähnlich mit Männern spricht wie ich: freundlich bestimmt, immer mit guter Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit und viel viel Wertschätzung. Der sich nicht scheut sich selbst einzubringen. Herr Süfke nennt das so: „Hilfreiche Selbsteinbringung: Die größte Verschwendung von „Humanressourcen“ im Bereich der Männergesundheit ist die Furcht der männlichen Helfer, sich mit ihrem eigenen Mann-Sein professionell in den Beratungsprozess einzubringen.“ Weiteres von Herr Süfke werde ich im Kapitel „Das Männergesundheitsgespräch – Wie könnte man mit Männern über Gesundheit sprechen“ bringen. Lassen Sie sich überraschen oder schauen einmal unter http://www.maenner-therapie.de.